Risikomanagement wird verstärkt

Schnelle Marktveränderungen, die digitale Transformation sowie eine steigende Zahl an Betrugsversuchen fordern von B2B-Unternehmen ein effektives und zukunftsorientiertes Risikomanagement. Wie der Status quo bei Großhandel und Herstellern diesbezüglich aussieht, welche Identitätsprüfungen zum Einsatz kommen und welche Hürden es gibt, beleuchtet das B2BEST Barometer des ECC KÖLN und Creditreform, das sich in seiner 18. Ausgabe dem Thema Risikomanagement widmet.

Die Ergebnisse zeigen: Risikomanagement wird von nahezu allen befragten Unternehmen als essenzieller Bestandteil der Unternehmensstrategie betrachtet (93 %). Bei der Umsetzung im eigenen Unternehmen offenbaren sich jedoch noch leichte Schwächen. Insbesondere ein hoher bürokratischer Aufwand (46 %) sowie Schwierigkeiten bei der Risikoidentifikation (44 %) und -bewertung (34 %) stellen Großhändler und Hersteller vor Herausforderungen.

Vor allem die gezielte Identitätsprüfung von Kund:innen spielt im Rahmen der Betrugsprävention aus Sicht der Unternehmen eine essenzielle Rolle (87 %). Ein Blick auf die eingesetzten Verfahren zur Identitätsprüfung zeigt: Insgesamt hat der Einsatz nahezu aller Methoden im Vergleich zu 2023 zugenommen. Dabei setzen Großhandel und Hersteller weiterhin auf den persönlichen Kontakt (49 %, 2023: 35 %) und manuelle Prozesse (46 %, 2023: 40 %). Aber auch digitale Identitätsprüfungen via Videoident, Autoident oder eID (41 %, 2023: 29 %) sowie die Nutzung externer Datenbanken für die Stammdatenprüfung (38 %, 2023: 27 %) haben deutlich an Relevanz gewonnen.

„Trotz Fortschritten bei der Identitätsprüfung sehen knapp drei Viertel der Unternehmen noch keine nachhaltige Lösung für verlässliche Identitäten und sichere Kundendaten im B2B-Onlinehandel. Künstliche Intelligenz wird in diesem Zusammenhang zunehmend als hilfreiches Instrument wahrgenommen, wird vor allem von kleineren Unternehmen jedoch noch zurückhaltend eingesetzt“, erklärt Christian Kramer, Branchenmanager Groß- und Außenhandel bei Creditreform.

Auch geopolitische Entwicklungen wie die Wirtschaftspolitik unter der Trump-Regierung haben starke Auswirkungen auf das Risikomanagement in deutschen Unternehmen. Trotz vorherrschender Kritik und Sorge gegenüber der USA-Administration ist das Interesse an diesem Thema hoch. Und: Mehr als acht von zehn Unternehmen haben sich bereits auf mögliche Zölle vorbereitet – insbesondere mit Preisanpassungen (44 %), veränderten Lieferketten (34 %) oder Lieferantenstrukturen (30 %).

„Für viele Unternehmen sind internationale Märkte – insbesondere die USA – ein zentraler Bestandteil ihres Geschäfts. Entsprechend groß ist die Sorge vor möglichen Handelsbarrieren und wirtschaftlichen Nachteilen durch politische Entscheidungen. Der Einfluss von Donald Trump auf die Handelspolitik lässt zahlreiche Unternehmen eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen befürchten. Daher rücken alternative Handelspartner zunehmend in den Fokus“, so Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln und Gründer des ECC Köln.

Die Ergebnisse der Studie stehen hier zum Download zur Verfügung.

www.ecckoeln.de

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